Mit dem E-Bike 10.000 Kilometer wie im Flug

Jetzt ist es endlich soweit: 10.000 Kilometer auf dem Tacho meines E-Bikes! Stattliche 5000 davon seit Anfang des Jahres und mindestens 9990 mit richtig viel Freude.

Warum E-Bike fahren?

Noch vor drei Jahren konnte ich mir nicht vorstellen auf E-Bike umzusteigen. Warum mit Unterstützung fahren, wenn es auch ohne geht? Seit einer Probefahrt im Allgäu weiß ich die Antwort: Wo ich sonst unüberwindliche Anstiege gesehen hatte, waren plötzlich wunderschöne Touren, die ich ohne große Anstrengung und dafür mit Freude fahren konnte – eine riesige Erweiterung des Radfahrhorizonts.

E-Bike als Hauptverkehrsmittel?

Diese Freude am (Rad-)Fahren wollten wir auch im Alltag nicht mehr missen und legten uns nach dem Urlaub E-Bikes zu. Früher bin ich schon auch mal eine Alltagsstrecke mit dem Fahrrad gefahren – zum Einkaufen, in den Garten usw. Aber um ehrlich zu sein: Es war jedes Mal ein Kampf mit dem inneren Schweinehund. Vor unserer Haustür geht es zwar erst einmal ca. zwei Kilometer ohne Anstrengung bergab. Aber der anstrengende Heimweg lässt sich ja bereits beim Losfahren erahnen. Und so ist es mir auch nie schwer gefallen, Gründe zu finden, warum ich das Fahrrad dann doch stehen ließ: zu kalt, zu heiß, es regnet, es könnte regnen, … Man wird erfinderisch. Mit dem E-Bike dagegen freue ich mich beim Losfahren darauf, auf dem Heimweg den Berg hinaufzufliegen. Deswegen habe ich mein E-Bike auch in „Fliege-Bike“ umgetauft.

E-Mobilität – Unsere Bilanz

Im Februar haben wir uns dann zu einem großen Schritt entschlossen: Wir haben unser Auto abgeschafft. Seitdem sind die E-Bikes unser Hauptverkehrsmittel. Ab und zu fahren wir Bus oder Bahn. Einmal haben wir ein Auto gemietet. Unsere Bilanz ist sehr positiv: Wir haben das Auto nicht wirklich vermisst. Alltägliche Strecken haben sich von lästigen Zeitfressern zu Aufenthalten an der frischen Luft entwickelt. Der tägliche Stau, den man mit dem Auto kaum vermeiden konnte, ist für uns kein Thema mehr. Mit dem Fahrrad ist jede Fahrt recht zuverlässig planbar. Von zuhause bis zum Yogastudio brauche ich 20 Minuten – unabhängig von Tageszeit und Verkehrslage. Mit dem E-Bike haben wir unsere nähere und ferne Umgebung viel besser kennengelernt. In unserem Radius von ca. 45 Kilometern liegen Odenwald und Kraichgau als wunderschöne Ausflugsziele.

Bisher hat auch der Akku wunderbar gehalten, ich bin noch nie ‚liegengeblieben‘. Nur einmal hat mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Februar musste ich einmal bei Schneegestöber in die Bahn umsteigen. Das war zwar wirklich lästig, hat mir aber bei den Mitfahrenden in der Bahn auch bewundernde Kommentare eingebracht. Und das ist auch ein Aspekt beim Radfahren: Man hat mehr soziale Kontakte als beim Autofahren. Ob beim Warten an der Ampel oder unterwegs – man kommt schnell ins Gespräch.

Jetzt bin ich gespannt, wie wir Herbst und Winter auf dem Fahrrad erleben werden und was die nächsten 10.000 Kilometer bringen. Was sind eure Erfahrungen? Ihr könnt gerne eure Erfahrungen in den Kommentaren teilen.

4 Gedanken zu „Mit dem E-Bike 10.000 Kilometer wie im Flug

  • 13. November 2020 um 0:20
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    Also meine Erfahrungen mit dem E-Bike sind in etwa den letzten 2Jahren die gewesen, dass ich mir ein solches kaufen will, mich bislang aber nicht entscheiden konnte, es zu tun. Dein schöner, anschaulicher Beitrag hat mich dieser Entscheidung ein gutes Stück näher gebracht; ich fühle mich gewissermaßen auf der Zielgerade.
    Meine Vorstellungen gehen in Richtung Auto + eBike und denke dabei an ein Klapp-e-Bike: Mit dem Auto ins Zielgebiet und dort aufs Raadl.

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    • 14. November 2020 um 16:38
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      Hallo Wolfram, das freut mich, dass Dir der Beitrag bei der Entscheidungsfindung geholfen hat 🙂 Ich empfehle wirklich eine etwas ausgedehntere Probefahrt, dann ist die Entscheidung einfach. Viel Spaß, Andrea

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  • 15. November 2020 um 19:42
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    Ich kann mich dir nur anschließen – mit einem E-Bike wird der innere Schweinehund ziemlich leise. Wird sind vor einigen Jahren von der flachen Stadt aufs hügelige Land gezogen, was mich leider davon abgehalten hat, aufs Fahrrad zu steigen. Obwohl ich vorher viel gefahren bin. Aber die Aussicht auf die kleinen Anstiege mit gefühlten 20 Prozent Steigung (ok, real vielleicht 13) haben dem Fahrrad das Leben wirklich schwer gemacht. Mit E-Bike ist das kein Thema – ich weiß ja, dass die Hügelchen mit E völlig harmlos sind. Und das Gute ist, dass wir die meisten Strecken ganz ohne E fahren und das E nur zuschalten, wenn der innere Schweinehund doch auf dem Ausflug dabei ist 😉

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    • 16. November 2020 um 7:26
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      Das freut mich, dass ihr ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Wow, ihr fahrt sogar ohne e? Ich eher nicht – ich genieße meistens lieber den ‚Rausch der Geschwindigkeit‘ 😉

      Antwort

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