Gesund leben: Frisches Gartengemüse auch im Winter

Herbsternte Ende Oktober

Im Oktober und November machen die meisten Gartenbesitzer*innen ihren Gemüsegarten winterfest: Sie räumen die Beete ab, graben den Boden um und gönnen sich dann eine wohlverdiente Winterpause. Erst im Frühjahr werden die Gummistiefel wieder ausgepackt und die neue Gartensaison beginnt. Wir dagegen betreiben unseren Gemüsegarten auch im Herbst und Winter. Aber was wächst denn überhaupt im Winter? Kann man wirklich im Winter Gemüse ernten?

Frisches Gemüse auch im Winter

Jetzt im Oktober haben wir reichlich Asia-Gemüse wie Pak Choi, Tat Soi und Chinakohl, Wintersalate wie Zuckerhut und Feldsalat und vereinzelt auch noch Buttersalate und Radieschen. Diese Blattgemüse vertragen meist sogar leichten Frost. Mangold, Grünkohl, Wirsing und Lauch sind ebenfalls noch im Angebot und wir können davon in der Regel bis ins Frühjahr ernten. Beim Wurzelgemüse gibt es Topinambur, den wir nach und nach über Winter ausgraben. Unser Rosenkohl setzt langsam Röschen an und kann ebenfalls bis ins Frühjahr geerntet werden. Unser Winterblumenkohl hat eine Abdeckung bekommen, damit er bis zur Ernte im Mai gut über den Winter kommt. Auch das ein oder andere Wildkraut ernten wir im Winter noch. Wir können so meist den ganzen Winter hindurch unser eigenes Gemüse essen. Das Blattgemüse ist erntefrisch. Lediglich Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Kürbis lagern wir ein.

Die Kehrseite des Winteranbaus ist natürlich, dass wir uns auch im Winter um den Garten kümmern müssen. Allerdings ist der Aufwand deutlich weniger intensiv als im Sommer. Und wir ersparen uns im Sommer den Aufwand, Gemüse für den Winter einzukochen, einzufrieren oder einzulegen.

Lebensraum und Bodenpflege

Da unser Gemüse (und auch das ein oder andere Unkraut 😉 auf unseren Beeten überwintert, finden Insekten auch im Winter Unterschlupf und Nahrung. Das freut auch Vögel, Eidechsen, Blindschleichen und andere Bewohner unseres Gartens, die im Gegenzug Schädlinge in Schach halten. Da der Boden durch das Gemüse weitgehend bedeckt bleibt, ist er besser vor Erosion geschützt. Wenn Beete frei werden, mulchen wir meist mit Laub oder Grasschnitt, um Erosion und Verdichtung zu vermeiden. Da wir die Beete nicht umgraben, bleibt das Bodenleben ungestört – und wir ersparen uns die Mühe des Umgrabens… Obwohl wir ausschließlich mit Kompost düngen, ist unser Boden auch nach 10 Jahren Anbau noch wunderbar fruchtbar.

Freude

Es gibt sie schon, die Momente, in denen wir keine Lust auf Gartenarbeit haben: Ein sonniges Wochenende im Spätsommer oder Herbst, in dem wir lieber eine Radtour machen möchten als im Garten zu schuften. Nach ein oder zwei Wochen Gartenpause ist diese Gartenmüdigkeit dann aber auch meist wieder verflogen und wir können den Garten, die Natur und die unglaubliche Fülle wieder in vollen Zügen genießen. Ist ein solcher Erntekorb nicht wundervoll?

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